Blaue Madonna (1669)

 

Heilige Familie mit dem Johannesknaben

Gemalt von Jürgen Ovens (1623-1678)

Rahmen von Heinrich Gudewerdt d. J. (ca. 1600-1671)

Gestiftet 1670 von Joachim Schmidt (Schmieden), Inspektor von Tremsbüttel und einflussreicher Hofbeamter auf Schloss Gottorf

Öl auf Leinwand 2,30 x 1,74 m
Signiert: 1669

Die Inschrift lautet:
Ornamento aedi huic Cathedrali tabula sacra facta a Joachimo Schmiden praefectur.
Tremsbul, et Steinhorst inspectore AN. MDCLXX


Neben den vielen Epitaphien im Dom befindet sich auch eines, das kein Andenken an längst Verstorbene ist, sondern ein Hochzeitsgeschenk. Joachim Schmidt, Inspektor von Tremsbüttel und Steinhorst und später Amtsinspektor und Vertrauter von Herzog Christian Albrecht, gab 1669, anlässlich der Eheschließung seiner Tochter dieses Kunstwerk in Auftrag. Es handelt sich um die "Heilige Familie mit dem Johannesknaben" der sog. "Blauen Madonna" von Jürgen Ovens.
Der in Tönning geborene Künstler war von der Kunst van Dycks, selbst ein Rembrandt-Schüler, beeinflusst. Das Gemälde zeigt die heilige Familie mit Mutter Maria, dem Jesus-Kind und dem Vater Josef. Links vorne ist Johannes der Täufer, der Cousin von Jesus zu erkennen.
Johannes ist übrigens ein halbes Jahr älter als Jesus, zwischen dem Johannistag, 24. Juni - und dem Heiligen Abend, 24. Dezember - liegen genau 6 Monate.
Johannes ist es auch, der Jesus später im Jordan taufen wird. Auf dem Bild zeigt der kleine Gottessohn mit segnender Hand auf den Vetter. Die segnenden drei Finger symbolisieren Gott Vater, Sohn und Heiligen Geist. Über dieser Szene thront die Engelwelt, und man meint, das "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen seines Wohlgefallens" aus der biblischen Weihnachtsgeschichte hören zu können.
Man nimmt an, dass Joachim Ovens seine eigene Familie, Ehefrau und fünf Kinder, als Vorlage für dieses ausdruckstarke Gemälde genommen hat. Den prachtvollen Rahmen schnitzte einer der bedeutendsten norddeutschen Barockbildhauer, Hans Gudewerdt aus Eckernförde.