Kanzel

 

Foto: Jochen Weber

Augenfällig ist im Mittelschiff des St. Petri-Domes die aus Eichenholz geschnitzte Kanzel. Sie wurde von dem aus Groningen stammenden Lektor Caso Eminga gestiftete und ist die älteste Renaissancekanzel Schleswig-Holsteins. Ein niederländisch geschulter, uns aber leider unbekannter Meister, hat sie um 1560 geschnitzt.
Der Kanzelkorb ist durch Doppelsäulen und Gesimse mit lateinischen Bibeltexten straff gegliedert und trägt rundbogige Brüstungsreliefs. Diese Reliefs, in der Themenfolge lutherischer Theologie bestimmt, stellen biblische Szenen dar:
Moses mit den Gesetzestafeln (Ex 20,19),
die Aufrichtung der ehernen Schlange als alttestamentliches Erlösungszeichen (Num 21,8),
die Kreuzigung (Phil 2,8), die Auferstehung (Mt 28,5) und die Himmelfahrt Christi (Apg 1,9),
das Pfingstwunder (Apg 2,4)
und die Predigt von Petrus im Haus des Cornelius (Apg 10,44).

Die Inschriften auf dem Kanzelkorb lauten:
Oben: Servum domini non oportet pugnare (2. Tim 2,24f – Einer, der dem Herrn dient, soll nicht streiten, sondern friedsam sein, willig zu belehren, Böse ertragen, mit Sanftmut die Wiederstrebenden lenken)
Unten: Omnis scriptura (2. Tim 3,16 – Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nützlich zur Lehre, zur Aufdeckung der Schuld, zur Besserung, zur Erziehung)